States Of Euphoria Oona Kastner
  • Release Date: März 01, 2020

STATES OF EUPHORIA

Musik-Performance-Projekt zu Texten von Droste-Hülshoff, Virginia Woolf, Anne Sexton

WIRD ALS FILM PRODUZIERT UND IM JUNI ONLINE GESTELLT!!!

Gedichte, Briefe, Interviews berichten von zerrissenen Lebensläufen zwischen Psychiatrie, Küche, Repräsentanz, Schreibmaschine. Drei Schriftstellerinnen in ihrer obsessiven Suche nach einem Leben jenseits gesellschaftlicher Zwänge.

Die Texte treffen auf zeitgenössische Kompositionsformen, Elemente aus Soundcollage, Noise und Drone, Songstrukturen sowie aleatorische/improvisatorische Spielweisen. Eine raumgreifende Videoinstallation ergänzt die Klangperformance mit abstrakten Textsequenzen und tänzerisch-figurativem Bewegungsmaterial.

Konzeption/Komposition/Stimme/Keyboards: Oona Kastner (Bielefeld)

Reeds: Dirk Raulf (Köln)
E-Cello: Willem Schulz (Melle)
Elektronik: Achim Zepezauer (Dortmund)
Video: Uli Sigg (Köln)
Tanz: Minako Seki (Berlin/Japan)

Etwas ausführlicher:

States Of Euphoria ist ein interdisziplinäres Text-Musik-Videoprojekt, das sich thematisch dem obsessiven weiblichen Schreiben in einem Zeitraum von mehr als 150 Jahren widmet. Die Protagonisten/Dichterinnen Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848), Virginia Woolf (1882 – 1941) und Anne Sexton (1928 – 1974) suchten in unterschiedlicher und bei allen Unterschieden doch verwandter Weise im Schreiben Erlösung von gesellschaftlichen Zwängen und patriarchalischen Machtstrukturen. Gedichte, Tagebücher, Briefe berichten von zerrissenen Lebensläufen zwischen Psychiatrie, Küche, Repräsentanz und Schreibmaschine. Zu ausgewählten Gedichten aus Buch der Torheit und Das ehrfürchtige Rudern hin zu Gott (Sexton), aus den Sterbeheften Sextons, den letzten Gedichten Droste-Hülshoffs und Partikeln aus Die Wellen (Woolf) entstehen zeitgenössische Klang-Kompositionen für tiefes Holz (Bass- und Baritonsaxophon, Bass- und Kontrabassklarinette), E-Gitarre, Live-Elektronik, Stimme und Keyboards. Noise- und Drone-Strukturen, Alte Musik, Songhaftes, experimentelle Popmusik, Spoken Word, Live-Elektronik verbinden sich mit aleatorischen und improvisatorischen Spielfeldern, in denen die individuellen Charakteristika der einzelnen Instrumentalisten ebenso hörbar werden wie der Übergang in einen gemeinschaflichen Klangorganismus.

Durch extreme Frequenzen und Lautstärke- Polaritäten schaffen die Kompositionen ein ausgesprochen physisches Erlebnis; die „klassische“ Konzertrezeption des Hörens und Sehens wird in „States of Euphoria“ überführt in eine körperliche, ganzheitliche, Orts- und Zeitsinn beanspruchende Totalerfahrung. Das Publikum befindet sich nicht in einer frontalen „Guckkasten“-Situation, sondern wird zum Teil des Performance-Raums, kann sich im Raum bewegen und unterschiedliche Positionen einnehmen. Im Erlebnis dieses „psycho-akustischen“ Ambientes spiegelt sich das selbstzweifelbeladene Ringen, die besessene Suche der drei Schriftstellerinnen nach Befreiung, nach Glauben, nach Wegen, schreibend in die Welt zu kommen. Die Live-Videoinstallation schafft mittels mehrerer, sich überlagernder Projektionen ein umfassendes, raumgreifendes, fluides Bühnenbild. Sie ergänzt und kommentiert durch abstrakte Textsequenzen, Collagentechniken und tänzerischfiguratives Bewegungsmaterial die akustisch-elektronischen Klang- und Wortlandschaften.